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19 Apr. 2013

Von Göttingen zur Demo am AKW Brokdorf am Sonntag

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Am Sonntag, den 21. April 2013 findet am AKW Brokdorf eine Großdemo für die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke statt.

Wir treffen und um spätestens 5.50 Uhr in der Bahnhofshalle Göttingen bei der Anti-Atom-Fahne, um gemeinsam mit Wochenendtickets nach Brokdorf zu fahren. Kosten liegen dann im Idealfall bei 9 Euro je Person. Von dort gibt es dann Shuttle zum AKW. Wir werden gegen 20.50 Uhr wieder zurück in Göttingen sein.

Eine Anmeldung zur Mitfahrt unter zepol|ät|gmx|punkt|de wäre toll, Zustieg in Nörten oder Northeim ist auch möglich.

Programm am AKW Brokdorf:
ab 11.30 Uhr Musik von Blaney & Heuer (Blues)
5 vor 12 Uhr Begrüßung
12 bis 14 Uhr Schlendern auf der Kultur- und Protestmeile
ab 14 Uhr Musik und ausgewählte Redebeiträge auf der Bühne

Redner*innen:

  • Karsten Hinrichsen (Brokdorf Akut)
  • Antonia Uthe (Schacht Konrad)
  • Heike Wiegel (Vorstand ASSE)
  • Hans-Jörg Lüth (BUND)

Musik:

  • Blaney & Heuer
  • Moritz Dortmund (HipHop/Percussion)
  • Harald Winter (Liedermacher)

Ausklang ca. 15:30 Uhr

Weiterführende Infos gibt es unter www.ausgestrahlt.de

18 Apr. 2013

Vortrag: Tschernobyl – 27 Jahre nach der Katastrophe

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„Anders als bei jeder anderen Katastrophe nehmen die Folgen der radioaktiven Verstrahlung mit dem Abstand vom Ereignis zu. Das ist wie eine auf dem Kopf stehende Pyramide. In Fukushima sind wir noch unten in der Spitze, Tschernobyl ist da schon ein Stück weiter.“ so aus einem Interview mit der Tagesschau und Dr. Dörte Siedentopf.

Sarkophag aus Stahl und Beton auf dem AKW Tschernobyl. Bild: cc-by-sa3.0 Piotr Andryszczak

„Sarkophag“ auf dem AKW Tschernobyl. Bild: cc-by-sa3.0 Piotr Andryszczak

Frau Dr. Dörte Siedentopf ist Ärztin und Gründungsmitglied der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Sie fährt seit vielen Jahren nach Weißrussland, um die gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe festzuhalten. Vor einigen Wochen besuchte sie auch Fukushima

In ihrem Vortag berichtet sie von Ihren langjährigen Erfahrungen über die gesundheitlichen Folgen, welche Opfer von Atomunfällen erdulden müssen. Anschließend steht Frau Siedentopf für die Diskussion bereit.

Wann: Donnerstag, 25. April 2013, 19 Uhr
Wo: Gemeindehaus Johanniskirchhof Göttingen

Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

17 Apr. 2013

Atomprotest anders: Mit Ponys auf dem Weg nach Grohnde. 3. Tag

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Bericht von Dirk Glowatz

Von Eschershausen ging es gut voran, auf einem alten Bahndamm war ein Radweg, den wir gut nutzen konnten. Es war nicht mehr ganz so warm und kühlender Wind kam auf, das machte es für die Ponys leichter.

Faehre

Bald erreichten wir die Ponys und das AKW war bereits in Sicht. Doch vor dem Erreichen des Ziels musste noch die Weser per Fähre überquert werden. Bis hierher wurde die Aktion von den Menschen, die ich traf, sehr positiv aufgenommen. Das ließ jetzt in der unmittelbaren Nähre spürbar nach.

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Wir umrundeten von Grohnde her das AKW, begleitet von einem Polizeiwagen.

Im AKW war unglaublicher Betrieb wegen der gerade stattfindenden Revision.

Zum Abschluss der Aktion fand eine kleine Mahnwache vor dem Kraftwerkseingang statt. Danach ging es nach Hause, diesmal allerdings im Pferdehänger.

akw4

Wir bedanken uns bei allen, die diese Aktion unterstützt haben!

Video von der Ankunft in Grohnde: http://www.dewezet.de

Ankündigung
1. Tag
2. Tag

17 Apr. 2013

„Das Ding am Deich“ im Kino Lumière

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Am Mittwoch 17.4. um 20.00 Uhr zeigt das Kino Lumière in der Geismarlandstraße 19 in Kooperation mit der Anti-Atom-Initiative Göttingen den Film „Das Ding am Deich“. Karsten Hinrichsen, einer der Protagonisten des Films, ist zur Diskussion im Lumière. Der Eintritt beträgt 6 €, mit Sozialkarte 3 €.

„Das Ding am Deich“ ist eine beeindruckende, ergreifende und auch sehr informative 93-minütige Dokumentation über den Kampf gegen und das Leben mit einem AKW vor der Haustür. Die Filmemacherin Antje Hubert ist ein Jahr lang in die Erinnerungen der widerständigen Anwohnerinnen und Anwohner eingetaucht und hat die Interviews mit Archivmaterial kombiniert. Sie zeigt ein Stück Geschichte und wie der Widerstand Menschen verändert hat. Und sie stellt die Frage: Hat sich all das gelohnt?

Der Dokumentarfilm wurde im Februar 2013 in Berlin mit dem Preis der deutschen Filmkritik 2012 als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Trailer:

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16 Apr. 2013

Atomprotest anders: Mit Ponys auf dem Weg nach Grohnde. 2. Tag

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Bericht von Dirk Glowatz

Das Nachtquartier in Fredesloh war in der Alten Schule. Dort wurde uns ein netter Empfang von örtlichen Atomkraftgegner/innen bereitet. Zusammen gingen wir als kleine Demo durch den Ort und informierten Einheimische wie Touristen.

Fredelsloh

Der Montag war für Hrisla und Frekkna, die beiden Islandstuten, beschwerlich. Der spontane Wetterwechsel setzte den Beiden ganz schön zu, so dass auf die gelben Decken verzichtet wurde. Auf der schönen Strecke durch Lauenberg, Ellensen, Deitersen und Lenne gab es immer wieder interessierte Menschen und Gespräche über die Aktion. In der Ilme konnten sich die Ponys dann endlich abkühlen.

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In Eschershausen im Quartier angekommen hörte ich dann gleich: „Du hast ja heute gar nicht die Decken drauf.“, ganz ohne die Pferde gesehen zu haben. Ein Bekannter aus Dassel hatte uns morgens gesehen und in Eschershausen angerufen. Die kleine Aktion hat sich gut herumgesprochen.

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Morgen, am 16. April, geht es dann zum Atomkraftwerk Grohnde, wo für 16 Uhr eine Mahnwache angemeldet ist.

14 Apr. 2013

Atomprotest anders: Mit Ponys auf dem Weg nach Grohnde. 1. Tag

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Bericht von Dirk Glowatz

Nach dem Start in Sudershausen hatten einige Atomkraftgegner/innen den Rathausvorplatz in Nörten mit gelben Tonnen und Fahnen geschmückt. Nach kurzem Pressetermin wurden Pferde und Reiterin von einer kleinen Demo aus dem Ort begleitet.

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Grohnderitt3Grohnderitt2

Der (sehr schöne) Tierpark Hardegsen war sehr gut besucht. Genauso hoch war das Interesse an der Aktion. Wir konnten viele Flyer und „Jod-Dragees“ verteilen und haben viele Gespräche geführt.

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Gegen 17 Uhr wurde dann Fredelsloh erreicht, auch hier wurden wir nett empfangen. Pferde wie Reiterin wurden gut untergebracht.
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13 Apr. 2013

Anti-AKW-Ponys auf dem Weg nach Grohnde

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Pressemeldung von Dirk Glowatz

Kurz vor dem Fukushimatag haben über zwanzigtausend Menschen das Atomkraftwerk Grohnde mit einer Aktions- und Menschenkette umzingelt. Diese Kette entsprach weitgehend dem Gebiet, welches bei einem Störfall evakuiert werden muss. An dieser Aktion haben wir mit unseren Pferden teilgenommen.

Jetzt reiten wir in diese potentielle Evakuierungszone. An drei Tagen soll die Strecke von unserem damaligen Streckenpunkt Nörten-Hardenberg bis nach Grohnde zurückgelegt werden. Der lange Weg endet kurz vor dem Jahrestag der Tschernobylkatastrophe am Atomkraftwerk.

ponysAuf dem Weg wollen wir die Menschen auf die Gefahren hinweisen, die von dem Reaktor ausgehen. Derzeit werden plutoniumhaltige MOX-Brennelemente im AKW Grohnde eingesetzt, welche im Fall einer Havarie kaum zu beherrschen sind, wie die Katastrophe in Fukushima zeigt. Und obwohl es auch ohne MOX in diesem Reaktor genug Pannen gibt soll er noch bis mindestens 2021 am Netz bleiben. Neben der permanenten Gefahr für die Bevölkerung ist hierdurch für weiteren atomaren Abfall gesorgt, für den es keine sinnvolle Lagerungsmöglichkeit gibt. Das Atomkraftwerk ist von Steuergeldern hoch subventioniert worden. Jetzt will die Betreiberfirma eon den maximalen Gewinn herausholen, ohne Rücksicht auf die Gefahren. Wo hin das führt hat uns der Betreiber des Atomkraftwerkes Fukushima Tepco genau gezeigt.

Download Flyer

Wir freuen uns über Unterstützung beim Start, dem Abschluss am AKW sowie bei den einzelnen Stationen:

Sonntag, 14. April 2013
Start um 11 Uhr am Rathaus Nörten-Hardenberg
ca.12:30 Uhr in Hardegsen Innenstadt / Tierpark
ca. 15 Uhr Fredelsloh

Montag, 15. April
Etappenziel ca. 15 Uhr Eschershausen

Dienstag, 16. April
ca. 16 Uhr: Atomkraftwerk Grohnde

9 Apr. 2013

Turnschuhe für die Göttinger Grünen

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Pressemeldung von Dirk Glowatz

Nach der Mahnwache am Montag, 8. April, zogen gegen 19 Uhr ca. dreißig motivierte Menschen mit rollenden gelben Tonnen zum Grünen Zentrum in Göttingen. Als Gastgeschenke gab es neben den Aktionsplakaten einige Turnschuhpaare. Diese sollten die Partei daran erinnern, dass beim Atomausstieg mehr Tempo notwendig ist.

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Nach der Atomkatastrophe in Fukushima hatte ein Sonderparteitag den Atom-Ausstieg deutlich vor 2022 beschlossen. Im Entwurf des aktuellen Wahlprogramms ist davon aber nichts mehr zu lesen. Die Anti-Atom-Initiative fordert den Kreisverband von Bündniss90/die Grünen auf, beim Bundesparteitag am 26. April konkrete Schritte für mehr Tempo beim Atomausstieg ins Wahlprogramm zu schreiben.

turnschuhe_hoLeider waren Trittin und Wenzel nicht zuturnschuhe_ni Hause, aber zumindest ein Mitglied des Kreisvorstandes konnte die Forderung – Offener Brief von .ausgestrahlt: Grünes Programm zur Bundestagswahl 2013: AKW schneller abschalten! entgegen nehmen. Um eine bleibende Erinnerung zu erreichen wurde das Grüne Zentrum attraktiv mit Plakaten und Turnschuhen in luftiger Höhe dekoriert.

 

Die kleine Demo zog dann weiter zum Hiroshimaplatz, um dort auf die abgebrochenen Äste der Fukushima-Gedenkkirsche aufmerksam zu machen. Am Baum wurden mutmaßlich über die Osterfeiertage von Unbekannten die zwei Hauptäste abgebrochen. Pressemeldung vom 6. April: Baumfrevel gegen Fukushima-Gedenkkirsche.

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Bilder: D.G. und U.E.

6 Apr. 2013

Baumfrevel gegen Fukushima-Gedenkkirsche

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Pressemitteilung von Christa Schwalbe und Ludwig Pape

kirschbaum1Die anlässlich der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf dem Platz vor dem Neuen Rathaus gepflanzte Japanische Kirsche wurde während der Ostertage 2013 zum Ziele eines Baumfrevels. Zwei der Hauptzweige des in Blütenknospen stehenden jungen Baumes wurden so weit abgebrochen, dass sie nur noch an schmalen Rindenfäden hingen; der dritte Zweig lag gänzlich abgerissen unter der Kirsche auf dem Boden.
In Japan wird in diesen Tagen die Kirsche, der Symbolbaum des Landes, erblühen und das Kirschblütenfest gefeiert.
 
Nachdem am Dienstagmittag der zu beklagende Zustand des Baumes von einem Mitglied der Anti-Atom-kirschbaum2Initiative Göttingen bemerkt worden war, versammelten sich am Abend mehrere Aktive der Gruppe an der Kirsche. Die beiden an den Rindenfäden hängenden Zweige wurden stark gekürzt wieder aufgerichtet, an den Bruchstellen umwickelt und anschließend mit Bandagen verstärkt. Da die Bruchstellen an den Zweigen bereits stark ausgetrocknet waren, sind die Chancen auf Wundheilung äußerst gering.
 
Am kommenden Montag wird nach der Fukushima-Mahnwache, die um 18.00 Uhr vor der Jacobikirche beginnt, ab 19.00 Uhr ein Gang zum Hiroshimaplatz stattfinden. Der gänzlich abgetrocknete Zweig und die beiden abgeschnittenen Knospenzweige werden in einer Vase unter dem verletzten Baum abgestellt. Wenn diese Zweige nicht gestört werden, können sie nach dem langen Winter dort erblühen. Trotz der schlimmen Verletzung besteht für die Japanische Kirsche die Aussicht, sich zu erholen.
 

Da der Baum mit Einwilligung der Stadt Göttingen und mit Unterstützung des FB Stadtgrün auf städtischem Gelände, dem Hiroshimaplatz, vor zwei Jahren gepflanzt wurde, wurde die Verwaltung der Stadt Göttingen von der brutalen Baumbeschädigung in Kenntnis gesetzt.

Bilder: C.W.

4 Apr. 2013

Atomkraftgegner haben Umweltminister Wenzel Denkschrift gegen den Einsatz plutoniumhaltiger MOX-Brennelemente übergeben

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Pressemeldung von Tobias Darge. Bild von M. Mügge / PubliXviewinG


Atomkraftgegner haben Umweltminister Wenzel „Denkschrift gegen MOX-Brennelemente übergeben


Hannover. 3. April 2013. Atomkraftgegner mit ihren japanischen Gästen haben heute Mittag Umweltminister Stefan Wenzel vor dem niedersächsischen Umweltministerium eine 16-seitige Denkschrift gegen den Einsatz von MOX-Brennelementen übergeben. Vor dem Ministerium hatte die AWK-Gegner eine 3 Meter hohe AKW-Attrappe mit Kühlturm und 16 Atommüll-Fässer mit der Aufschrift „STOPP MOX PLUTONIUM“ aufgebaut.

Bild CC-BY-BD: M. Mügge / PubliXviewinG

Bild CC-BY-BD: M. Mügge / PubliXviewinG

In der Denkschrift weisen die Atomkraftgegner auf die zahlreichen Argumente deutscher Reaktorexperten gegen den MOX-Einsatz und auf Erfahrungen aus dem Reaktorunfall von Fukushima hin. Jean-Paul Pape, der seit über 40 Jahren in Japan wohnte, beton, dass MOX-Brennelemente im Reaktor 3 des AKW Fukushima die Auswirkungen des Unfalls noch verschlimmert haben. Dort sei es zu einer nuklearen Explosion gekommen, die Plutonium bis zu 45 km weit in die Umgebung des AKWs verstreut hat.


Die im deutschen Atomgesetz verlangte zusätzliche Vorsorge gegen Gefahren gegenüber der Allgemeinheit (§7d) gebietet es daher, den Einsatz von MOX-Brennelementen zu unterlassen bzw. zu untersagen.

Die Denkschrift zählt weitere Gefahren auf:
  • Durch erhöhte Belastung der Brennelemente steigt beim MOX-Einsatz die Rate der Hüllrohrdefekte, die zu einer vermehrten radioaktiven Freisetzung führen. Dadurch erhöht sich das durch die KIKK Studie nachgewiesene Risiko von Leukämie- und Kinderkrebs im 50-km Umkreis um das AKW.
  • Wegen des erhöhten Strahlung muss verstärkt Bor eingesetzt werden, dass wiederum zu einer höheren Tritiumbildung im Abwasser und der Abluft führt.


Kritiker des MOX-Einsatzes sind die Experten und kritische BürgerInnen:
Der Hamelner Stadtrat und Kreistag hatten sich im Oktober letzten Jahres gegen den Einsatz der MOX-Brennelemente ausgesprochen. Bereits bei der ersten Genehmigung von MOX-Brennelementen 1986  hatte die Stadt Hameln und auch der Landkreis Holzminden zusammen mit über 500 BürgerInnen gegen den Einsatz von MOX-Brennelementen Einwand erhoben. Der Dipl-Physiker und später langjährige Abteilungsleiter „Radioaktivität und Umwelt“ des Bundesamtes für Strahlenschutz (2001-2012) Gerald Kirchner hatte die Stadt 1986 beraten und eingewendet, dass die Kritikalitätsberechnungen nicht nachvollziehbar seien und nach seinen Berechnungen die Grenzwerte überschritten würden. Weiter bezweifelte Kirchner, der heute das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) der Universität Hamburg leitet, dass die Schnellabschaltung des Reaktors beim MOX-Einsatz genauso gewährleistet sei. Auch hatte Kirchner vor einer ungewollten Kettenreaktion im Abklingbecken gewarnt, wie sie in Fukushima eingetreten ist.
Auch der Göttinger Professor Rolf Bertram kritisiert den MOX-Einsatz, insbesondere dass durch die erhöhte Neutronenstrahlung beim Einsatz von MOX-Brennelementen die Versprödung des Reaktorstahls begünstigt und damit die Stabilität herabgesetzt.


Die Atomkraftgegner haben daher vom Umweltminister Wenzel als Leiter der Atomaufsicht des Landes aufgefordert, den von E-On geplanten Einsatz von acht MOX-Brennelementen für die Freitag beginnende Revision des AKW Grohnde zu verbieten. Weiter muss er über 20 Berichte zum MOX-Einsatz im AKW Grohnde kritischen Wissenschaftlern zur Begutachtung vorlegen.
Wenzel konnte den Demonstranten keine Hoffnung auf eine schnelle Lösung machen. Er könne nur ein rechtssicheres Verbot vertreten, sagte Wenzel, Sein Ministerium werde aber die in der Denkschrift genannte Hinweisen nachgehen und kritische Wissenschaftler zu einem Fachgespräch einladen und in die Begutachtung der Gefahren von MOX-Brennelementen einbeziehen und  dafür vorhanden Berichte des AKW-Herstellers zur Verfügung zu stellen. Der Atomkonzern E-On plant im Frühjahr 2014 weiter 8 Brennelemente einzusetzen.


Tobias Darge
Pressekontakt Regionalkonferenz „AKW Grohnde abschalten“
www.grohnde-abschalten.de
Weitere Bilder von der Aktion finden Sie unter http://www.publixviewing.de