Die Mahnwache am 3. Mai fand mit dem Schwerpunktthema “Würgassen” statt und war sehr gut besucht.
Sabine Morgenroth berichtete vom Widerstad gegen den Bau des Atomkraftwerkes Ende der 60er Jahre, den sie als damalige Leiterin des Friedensbüros Göttingen aktiv miterlebt und mitgestaltet hat.
Außerdem waren 4 Mitglieder der Bürgerinitiative “Atomfreies 3-Ländereck” aus Beverungen zu Gast
(www.atomfreies-dle.de), um von den aktuellen Planungen zum Bau eines Zentralen Bereitstellungslagers für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerkes zu berichten. Es wurde deutlich, wie sehr auch die Göttinger:innen von den massiven Atommülltransporten betroffen sein werden. (Siehe dazu auch den Artikel im Göttinger Tageblatt vom 12.5.21 auf Seite 16)
Zusätzlich gab es neueste Informationen vom “Aktionsbündnis gegen AREA 3-Ost” zum geplanten Gewerbegebiet am Fuße der Burg Plesse und zu den Widerständen dagegen (http://gegen-area3-ost.info) . Nähere Infos dazu auf der Webseite und bei den wöchentlichen Sonntagsspaziergängen (von 11-12 Uhr am Acker).
In diesen Tagen vor 35 Jahren schreckte uns die atomare Katastrophe in Tschernobyl auf.
Nahe von Göttingen war damals das AKW Würgassen. Zahlreiche Menschen aus Göttingen beteiligten sich an den
Widerstandsaktionen, die das sofortige Aus für das AKW forderten.
Würgassen ging offiziell 1997 vom Netz und wurde in 17 Jahren zurück gebaut. Versprochen wurde damals, dass das ehemalige Atomkraftwerksgelände wieder zur „grünen Wiese“ wird.
Stattdessen haben sich die politisch Verantwortlichen nun anders entschieden: Auf dem Gelände soll ein Atommülllager entstehen – eine vorschnelle Entscheidung ohne Standortvergleich, die in vieler Hinsicht problematisch ist.
Vor Ort organisieren Aktive den Widerstand gegen ein Atommülllager an diesem Ort. Sie wollen uns davon berichten.
Die Mahnwache der Anti-Atom-Initiative findet zu diesem Thema am Montag, den 3. Mai um 18.00 am Gänseliesel statt:
– Rückblick auf die Widerstandsaktionen bis zur Schließung des Atomkraftwerks
Eine Zeitzeugin, die vom damaligen Friedensbüro aus die Widerstandsaktionen mit organisierte, wird berichten
– Bau eines Atommülllagers auf dem ehemaligen Gelände des AKWs: Gefahren und Widerstand vor Ort
Am 11. März ist der 10 Jahrestag des 3-fachen Super-GAUs in Fukushima. Bis heute sind die strahlenden Reaktoren eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit; täglich tritt Radioaktivität aus. Trotzdem sollen dort Olympische Spiele stattfinden. Die Japanische Regierung will eine unverantwortbare Verklappung von über 1 Million Tonnen an radioaktiv kontaminiertem Kühlwasser in den Pazifik durchführen.
Weltweit fordern die Anti-Atom-Initiativen sofortigen Atomausstieg.
Am 11. März 2011 havarierten die vier Atomkraftwerke in Fukushima-Daiichi, nachdem sie durch ein Erdbeben stark beschädigt wurden und die Stromversorgung zum Kühlsystem unterbrochen war. Daraufhin kam es zu Kernschmelzen in drei Reaktoren. Ein durch das Erdbeben ausgelöster Tsunami verschlimmerte die Situation zusätzlich.Tausende Menschen verloren ihr Leben. Die Welt war schockiert von den Bildern der Zerstörung und erzitterte bei dem Gedanken einer erneuten nuklearen Katastrophe.
Die Anti-Atom-Initiative-Göttingen rief spontan zu Mahnwachen am Gänselieselmarkt auf und versuchte auf diese Weise, die Menschen mit aktuellen Nachrichten zu versorgen. Hunderte Göttinger*innen folgten dem Aufruf zur Solidarität und Anteilnahme. Forderungen zum Ausstieg aus der Atomenergie wurden immer lauter. Die Anti-Atombewegung erlebte einen gewaltigen Zustrom.
Die japanische Regierung hielt Informationen zurück und zensierte die Medien. Die schlechte Versorgung mit genauen Informationen verunsicherte die Menschen. Die Anti-Atom-Initiative-Göttingen versuchte die Menschen in Göttingen dennoch über den aktuellen Stand zu informieren, indem sie direkte Kontakte nach Japan knüpfte.
Was der Initiative damals von Augenzeugen berichtet wurde, bestätigte alle Befürchtungen der Expert*innen. Die Atomkraftwerke waren außer Kontrolle geraten, und riesige Mengen Radioaktivität gelangten in die Atmosphäre. Diese Katastrophe dauert bis heute weiter an, ein Ende ist nicht absehbar. Die ökologischen, gesundheitlichen und psychosozialen Folgen sind immens. Ganze Landstriche sind verseucht und dauerhaft unbewohnbar. Hundertausende mußten ihre Heimat verlassen. Täglich fließt radioaktiv verseuchtes Wasser vom Gelände der havarierten Atomkraftwerke in den Pazifik, diese Kontamination des Ozeans ist beispiellos.
Zunächst wöchentlich folgten die Göttinger Bürger*innen dem Aufruf der Anti-Atom-Initiative-Göttingen und forderten die Regierung auf, sofort alle Atomanlagen stillzulegen. Diese Mahnwachen, Demonstrationen und Kundgebungen fanden in vielen Städten statt. Mit Erfolg: Die zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung wurde zurückgenommen, der endgültige Atomausstieg in Deutschland beschlossen.
Radioaktivität ist so gefährlich, dass selbst kleinste Dosen zu schwersten Schäden führen. Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie genetische Veränderungen sind nur einige Folgen. Der Umstieg auf erneuerbare, ökologisch vertretbare Energiearten ist machbar. Darüber berichtet die Anti-Atom-Initiative-Göttingen regelmäßig in ihren – jetzt monatlich stattfindenden – Mahnwachen.
Die Anti-Atom-Initiative-Göttingen versteht sich als pazifistische, ökologische und antimilitaristische freie Gruppe und thematisiert daher auch Bereiche wie die Antikriegstage, den Atomwaffensperrvertrag oder die Weltklimatage.
6 Atomkraftwerke in Deutschland laufen zum Teil noch bis Ende 2022 – nach derzeitigem Stand; aber der Ausstieg aus dem Ausstieg ist keinesfalls ausgeschlossen. So bleibt das Risiko eines Super-GAUs auch in Deutschland erhalten und es sammelt sich nach wie vor täglich weiterer Atomüll an. Für dessen Endlagerung bis heute keine Lösung in Sicht ist. Nukleare Forschungsreaktoren, die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau und die Brennelementfabrik im niedersächsischen Lingen sind ohnehin nicht im Ausstiegsplan enthalten!
Die Atomkonzerne haben seit ihrem Deal mit den Regierungsvertreter*innen, die unermesslichen Kosten für die Endlagerung auf die Steuerzahler*innen abgewälzt. Die Konzerne tragen keinerlei Verantwortung mehr für den täglich weiter anwachsenden Berg an Atommüll.
Die Anti-Atom-Initiative-Göttingen wird weiterhin regelmäßige Mahnwachen abhalten: Jeden 1. Montag im Monat um 18 Uhr am Gänseliesel, um die Menschen in Göttingen zu den Gefahren durch die Atomindustrie zu informieren.
Dieses Jahr wird choronabedingt nur durch Tranparenten und Plakaten auf den Jahrestag hingewiesen.
Ansprechpartner für die AAI: Annette Ramaswamy T. 0151 1853 1213
Fotos: Christine Weinert, M. Ramaswamy Plakat: M. Ramaswamy
die Anti-Atom-Initiative Göttingen möchte sich herzlich bei Euch allen bedanken für Euer Interesse an unseren Mahnwachen und Aktionen,besonders in diesem Jahr! Das motiviert uns immer sehr und treibt uns an weiterzumachen.
Wie in den letzten Jahren haben wir uns auch dieses Jahr entschieden, im Dezember und Januar keine Veranstaltungen durchzuführen.
Und da unsere schöne Tradition, im Dezember und/oder Januar eine „Indoor-Mahnwache“ zu machen, dieses Jahr leider nicht weitergeführt werden kann, wollen wir Euch unser Dankeschön auf diesem Wege mitteilen und Euch sagen, dass wir nicht verschwunden sind, sondern nur
„pausieren“!
Wir freuen uns darauf, Euch im Februar wiederzusehen und wünschen Euch bis dahin eine gute Zeit, schöne Feiertage und vor allem Gesundheit!
Vielen Dank an attac und dies irae für diese treffende Plakataktion!
Wenn Grün regiert, dann liefen früher schon die Castoren durch das Land, AKW durften weiterlaufen und deutsche Kriegsflugzeuge wieder bomben. Und heute wird der Autobahnbau durch den Dannenröder Forst geprügelt. Wenn Macht korrumpiert, dann sind die Grünen gern dabei! (pg in der AAI)
Der Castor rollt auf Göttingen zu. Vor dem Bahnhof findet eine Mahnwache mit rund 30 Menschen, es können gerne noch mehr werden. Polizei ist reichlich da. (Stand 4.11 um 00:02h).
Sehr viel Polizei vor dem Bahnhof, um 0:42 passiert der Castor den Göttinger Bahnhof. Danke an alle Aktivist*innen für den kreativen Protest.
Aus Protest gegen den derzeitigen Castortransport finden derzeit Mahnwachen am Bahnhof Göttingen statt. Für die Fotos von der Mahnwache danken wir Herrn Wittemann herzlich.
Die Mahnwachen finden weiterhin nach dem Start der Castoren statt. Über den Stand des Transportes informiert der Castor-Ticker
Heute fand um 12 Uhr eine Kundgebung am Bahnhof gegen die Rodung des Dannenröder Forstes statt. Es gab Musik und Infobeiträge. Einige Aktivist*innen wollten nach der Kundgebung mit der Bahn zum Danneröder Forst fahren.
Wie ihr vielleicht schon der Presse entnommen habt, will die Anti-Atom-Initiative mehrere Mahnwachen am Bahnhofsvorplatz in Göttingen abhalten. Dazu möchten wir Euch herzlich einladen.
Unser Protest richtet sich gegen unsinnige Atommüllverschiebungen, solange es noch kein geeignetes Endlager gibt.
Der Castorzug von Sellafield über Göttingen nach Biblis enthält hoch-radioaktives Material und soll in Biblis lediglich zwischengelagert werden, was zusätzlich Transporte in Zukunft nötig macht.
Der Castorzug passiert nicht nur in Göttingen dichtbesiedelte Wohngebiete!
Daher werden wir am
Freitag, 30.10.
um 15 bis 17 Uhr
Samstag, 31.10
um 15 bis 17 Uhr
Sonntag, 1.11.
Ab 19 Uhr
am Bahnhofsvorplatz präsent sein.
Am Montag, 2.11. findet auch unsere reguläre Mahnwache am Gänseliesel um 18 Uhr statt.